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1976 eröffnete Heinz Pfau sein erstes Fitnessstudio in den Räumen einer ehemaligen Bäckerei an der Widumer Straße 14. "Das war mit heutigen Standards überhaupt nicht vergleichbar. Es gab Hanteln, Dusche, WC - das war es", erinnert sich Heinz Pfau. | Bild: privat

Fitnessstudio-Besucher von damals gesucht

Nach 50 Jahren: Heinz Pfau lädt am 19. September zum großen Wiedersehen ein

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„Ich fuhr drei Mal die Woche zum Bodybuilding-Training nach Gelsenkirchen, weil es bei uns kein Studio gab. Im Gespräch mit anderen Castrop-Rauxelern wurde schnell klar, dass sie so eine Einrichtung in der Stadt ebenfalls vermissen und Spaß am Training hätten. Ich habe dann angefangen, nach Räumlichkeiten zu suchen, und bin schließlich an der Widumer Straße 14 fündig geworden“, blickt Heinz Pfau (76) zurück. Im September 1976 war es dann soweit: In den Räumen einer alten Bäckerei eröffnete Heinz Pfau sein erstes Fitnessstudio „Body Fitness Center Pfau“ in Castrop-Rauxel. Weitere sollten folgen. 50 Jahre später möchte er ehemalige Fitnessstudio-Besucher zu einem Klassentreffen einladen. Am 19. September wird ab 16 Uhr an der Horneburger Straße 130 (Peacock's Manor) in Erinnerungen geschwelgt. Um Anmeldung wird gebeten (pfau-heinz@gmx.de; Tel. 0172 2321119).


Sein erstes Fitnessstudio sei mit heutigen Standards überhaupt nicht vergleichbar gewesen. „Es war nur rund 150 Quadratmeter groß, es gab Hanteln, Dusche und WC - das war es. Aber das war einfach der damalige Standard, und in Castrop-Rauxel gab es zu dieser Zeit keine Konkurrenz.“ Sechs Tage die Woche hatte das Studio geöffnet. Montags bis freitags von 16 bis 21 Uhr, samstags von 10 bis 13 Uhr. „Innerhalb kurzer Zeit hatte das Studio 150 Mitglieder, und es wurden immer mehr. Ich bin dann zur Mühlenstraße umgezogen, denn die Räumlichkeiten waren bedeutend größer. Es waren ein paar hundert Quadratmeter, auf zwei Etagen.“ Frei nach dem Motto „die beste Konkurrenz ist die eigene“, eröffnete Heinz Pfau schließlich ein weiteres Fitnessstudio in Dortmund, denn er habe viele Kunden aus Dortmund gehabt. Ein paar Jahre später folgte Lady Fitness, „das erste Fitnessstudio nur für Frauen“ am Münsterplatz 8. „Viele prophezeiten mir: ‚Das wird nichts‘, aber ich war der Meinung, dass es viele Frauen gibt, die gern was für sich tun würden, sich aber in gemischten Studios nicht wohlfühlen. Das Studio gab es dann weit über zehn Jahre, und es wurde sehr gut angenommen.“


In den 80er Jahren war Heinz Pfau nicht nur Fitnessstudio-Besitzer, sondern auch Bodybuilding-Wettkämpfer. „Ab den 90er Jahren habe ich dann nur noch hobbymäßig trainiert, denn wenn man anfängt, darüber nachzudenken, wie zeitintensiv die Vorbereitung auf Wettkämpfe ist und wie man sich dabei selbst kasteit, dann sollte man aufhören.“


1996 sei ihm alles zu viel geworden, erinnert sich Heinz Pfau. „Ich habe die Studios in Ickern und Dortmund verpachtet, die anderen geschlossen, und am Westring auf rund 1.500 Quadratmetern ein großes Fitnessstudio eröffnet. In der oberen Etage war das Damenstudio, in der unteren Etage das gemischte Studio.“


Wie sich die Zeiten schon damals verändert hatten, beschreibt Pfau wie folgt: „Mein erstes Studio in der alten Bäckerei hat mit Renovierung und Ausstattung nicht annähernd so viel gekostet, wie die Deko im Studio am Westring. Das war alles eine ganz andere Nummer. Am Anfang war ich konkurrenzlos, aber wenn dann Konkurrenz kommt, will jeder besser und schöner sein. Wenn dann aber beispielsweise alle sonntags öffnen, schlägt das nur bei den Personalkosten zu Buche, aber man bekommt dadurch nicht mehr Kunden, weil ja alle Studios an diesem Tag geöffnet haben.“


Der Großteil der Konkurrenz sei gekommen und irgendwann gegangen. 2005/2006 sei dann jedoch eine große Fitnesskette auf den Plan getreten und habe Preise angeboten, die Pfau nicht unterbieten konnte. „Es ging mir immer um hochwertige Qualität, und ich hatte festangestellte Trainer.“ Viele Kunden seien jedoch zur preislich günstigeren Konkurrenz abgewandert. Und dann habe er schließlich ein Angebot eines Saunaclub-Betreibers erhalten, der in einer Immobilie in sehr guter Lage ein „bordellartiges Unternehmen“ eröffnen wollte. Eine Anfrage bei der Stadtverwaltung folgte, und bevor überhaupt irgendeine Entscheidung getroffen worden sei, habe es drei Tage später schon die erste Schlagzeile in der Zeitung gegeben. „Man kann sich denken, welche Resonanz es daraufhin von den Kundinnen unseres Damenstudios gab. Es hieß: ‚Wir wollen nicht im Puff trainieren‘, und es gab eine Kündigungswelle.“


Die Stadtverwaltung habe nicht gewollt, dass sich ein Bordell ansiedele. Er habe klagen wollen, aber dazu sei es nicht gekommen, da man sich schließlich außergerichtlich geeinigt habe, sagt Heinz Pfau. 2006 schloss das Fitnessstudio am Westring dann endgültig seine Tür. „Seitdem sind 20 Jahre ins Land gezogen. Ich möchte kein Fitnessstudio mehr aufmachen, aber Begleiter und Fitnessstudio-Besucher von damals würde ich sehr gern wiedersehen und Erinnerungen an damals austauschen.“


Rund 10.000 Kunden seien über die 30 Jahre in seinen Fitnessstudios gewesen, rechnet Pfau. Er ist gespannt, wie viele von ihnen am Klassentreffen am 19. September teilnehmen möchten.


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  • Quelle(n):

Autor

Nina Möhlmeier

Nina Möhlmeier

Freie Mitarbeiterin

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