Sonntag, 30. August 2026
Newsletter-AnmeldungNewsletter
Unterstützen Sie CASNews!
1.510 € von 5.000 € (30%)
Image
Statt Hellweg-Baustellenschild steht auf der Siemensstraße nun ein Verkaufsbanner. | Bild: CASNews Media / Nils Bettinger

Geplanter HELLWEG in Castrop-Rauxel wohl vom Tisch – Grundstück steht zum Verkauf

Neuer Banner wirbt mit Baurecht für einen Bau- und Gartenmarkt – HELLWEG nennt Castrop-Rauxel in aktueller Mitteilung nicht

Vorlesen
Text:
Werbung

Der seit Jahren geplante HELLWEG-Baumarkt in Castrop-Rauxel dürfte in der bisher vorgesehenen Form Geschichte sein. Auf dem Grundstück, auf dem der Markt entstehen sollte, ist am Samstag ein neuer großformatiger Verkaufsbanner aufgetaucht. Darauf wird die 18.525 Quadratmeter große Fläche ausdrücklich „mit Baurecht für einen Bau- und Gartenmarkt“ zum Verkauf angeboten.


Damit gibt es erstmals einen sehr konkreten Hinweis darauf, dass die ursprüngliche Planung für einen HELLWEG-Standort nicht mehr weiterverfolgt wird. Eine offizielle Bestätigung des Unternehmens liegt CASNews allerdings noch nicht vor. Eine Presseanfrage, die CASNews bereits am Freitag an den in einer aktuellen Unternehmensmitteilung genannten Pressekontakt geschickt hatte, blieb zunächst unbeantwortet.


Für das Grundstück in Castrop-Rauxel ist die entscheidende Genehmigung längst erteilt. Ein Bau- und Gartenmarkt darf dort entstehen, auch ein Baustellenschild war bereits aufgestellt worden. Zum eigentlichen Baubeginn kam es jedoch nie. Nun wird nicht mehr für ein konkretes HELLWEG-Projekt geworben, sondern für den Verkauf der gesamten Fläche. Als Kontakt ist auf dem neuen Banner RS Immobilien angegeben.


Für einen möglichen Käufer könnte das bestehende Baurecht interessant sein: Anders als bei einer Fläche, für die zunächst noch ein langwieriges Planungs- oder Genehmigungsverfahren erforderlich wäre, besteht hier bereits die rechtliche Grundlage für einen Bau- und Gartenmarkt. Ob sich tatsächlich ein anderer Betreiber für ein solches Projekt findet oder ein künftiger Eigentümer andere Pläne verfolgt, ist derzeit offen.


Die Entwicklung in Castrop-Rauxel fällt mitten in eine tiefgreifende Neuordnung bei HELLWEG. Die HELLWEG Die Profi-Bau- & Gartenmärkte GmbH & Co. KG und die BayWa Bau- & Gartenmärkte GmbH & Co. KG hatten Mitte Juni beim Amtsgericht Essen Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Ende August wurden die Verfahren eröffnet.


Im Rahmen des laufenden Investorenprozesses hat sich inzwischen herausgestellt, dass es keine Gesamtlösung für das bestehende Filialnetz geben wird. Gleichzeitig konnten für einen Teil der Märkte Käufer gefunden werden. Diese sollen nach Angaben des Unternehmens jeweils die Standorte einschließlich der dort beschäftigten Mitarbeiter übernehmen.


Für HELLWEG zeichnen sich derzeit Fortführungslösungen für die Märkte in Beckum, Berlin-Tiergarten, Berlin-Yorckstraße, Brandenburg, Dahlwitz-Hoppegarten, Dorsten, Dortmund-Hacheney, Dortmund-Kley, Essen-Borbeck, Essen-Rellinghausen, Falkensee, Halberstadt, Iserlohn, Mechernich, Münster-Gievenbeck, Potsdam, Schmalkalden und Steinfurt ab. Teilweise stehen die Vereinbarungen noch unter dem Vorbehalt einer kartellrechtlichen Freigabe oder einer abschließenden Einigung mit dem jeweiligen Vermieter.


Gerade mit Blick auf das Ruhrgebiet fällt auf, dass damit unter anderem Standorte in Dorsten, Dortmund und Essen eine Perspektive haben. Die jeweiligen Käufer sollen nach Angaben von HELLWEG zu einem späteren Zeitpunkt selbst darüber informieren, wie es mit den übernommenen Märkten weitergeht.


Für zahlreiche andere HELLWEG-Filialen gibt es bislang keine Übernahmelösung. Auf der entsprechenden Liste stehen Ahaus, Ahrensfelde-Blumberg, Arnstadt, Aschersleben, Bad Kissingen, Bad Nenndorf, Berlin-Biesdorf, Berlin-Köpenick, Bocholt, Bochum, Bonn-Beuel, Borken, Bünde, Chemnitz III, Delitzsch, Deulowitz-Guben, Dillenburg, Dortmund-Wambel, Dülmen, Ennepetal, Essen-Kettwig, Freiberg, Greiz, Gronau, Groß-Umstadt, Hamm, Hattingen, Kreuztal, Langenhagen, Leimbach, Leipzig, Lüdenscheid, Lutherstadt Eisleben, Mettmann, Monheim, Nordhausen, Quedlinburg, Recklinghausen, Rheda-Wiedenbrück, Rodewisch, Schwielowsee, Selm, St. Augustin, Staßfurt, Stendal, Wolfenbüttel, Wuppertal, Zeitz und Zwickau.


Damit sind auch mehrere Märkte in der näheren Region betroffen, darunter Bochum, Recklinghausen, Selm, Hattingen und Dortmund-Wambel. Für die dort beschäftigten Mitarbeiter wurden vorsorglich Kündigungen ausgesprochen. Das Unternehmen betont allerdings, dass die Suche nach weiteren Lösungen fortgesetzt werde.


Für nicht von Investoren übernommene Filialen ist nach derzeitigem Stand eine Schließung bis Ende November 2026 vorgesehen. Bis dahin soll der Geschäftsbetrieb im Rahmen des laufenden Abverkaufs weitergehen. Nach Unternehmensangaben ist die Finanzierung des laufenden Betriebs für die kommenden Monate gesichert. Löhne und Gehälter sollen nach dem Ende des Insolvenzgeldzeitraums bis einschließlich November von HELLWEG beziehungsweise BayWa Bau & Garten gezahlt werden.


Besonders einschneidend ist die Entwicklung auch für die Unternehmensverwaltungen: Die beiden Zentralen in Dortmund und Garching mit zusammen 340 Mitarbeitern sollen geschlossen werden. Vom Dortmunder Firmensitz aus wurden bislang 68 HELLWEG-Märkte in Deutschland betreut und gesteuert.


HELLWEG beschäftigt nach eigenen Angaben rund 2.900 Mitarbeiter. Das Unternehmen verweist darauf, dass der Baumarktsektor seit Jahren unter schwierigen Rahmenbedingungen leidet. Als Belastungen nennt die Geschäftsführung unter anderem geringe Wachstumsimpulse, Lieferkettenprobleme, geopolitische Unsicherheiten, Konsumzurückhaltung, steigende Mieten und inflationsbedingte Kostensteigerungen.


Castrop-Rauxel taucht in der aktuellen Aufstellung des Unternehmens weder bei den geretteten noch bei den bislang ungelösten Standorten auf. Das lässt für sich genommen allerdings noch keinen Rückschluss auf das hiesige Projekt zu. Anders als etwa in Bochum, Recklinghausen oder Dortmund existiert in Castrop-Rauxel bislang keine HELLWEG-Filiale, die verkauft oder geschlossen werden könnte. Hier geht es um einen geplanten Neubau, der trotz vorhandener Baugenehmigung nie begonnen wurde.


Genau deshalb hatte CASNews nach Veröffentlichung der Unternehmensmitteilung beim angegebenen Pressekontakt nachgefragt, wie es mit dem geplanten Baumarkt in Castrop-Rauxel weitergeht. Unter anderem wollten wir wissen, ob das Projekt noch verfolgt wird und welche Auswirkungen das Eigenverwaltungsverfahren auf den Standort hat. Eine Antwort lag bis Samstag nicht vor.


Der inzwischen vor Ort entdeckte Verkaufsbanner liefert nun zumindest einen deutlichen Hinweis auf die Entwicklung des Grundstücks: Die 18.525 Quadratmeter große Fläche samt bestehendem Baurecht für einen Bau- und Gartenmarkt wird auf dem Immobilienmarkt angeboten. Eine offizielle Erklärung, dass HELLWEG seine Pläne für Castrop-Rauxel endgültig aufgegeben hat, steht weiterhin aus.


Spannend dürfte nun vor allem die Frage werden, ob sich ein neuer Investor beziehungsweise Betreiber findet, der das vorhandene Baurecht tatsächlich nutzt. Der geplante HELLWEG wäre dann zwar Geschichte – die Möglichkeit, auf der Fläche einen Bau- und Gartenmarkt zu errichten, wäre es jedoch nicht.


Newsletter abonnieren - lokal & zuverlässig

Unser kostenloser Newsletter hält Sie täglich über die wichtigsten Nachrichten aus Castrop-Rauxel auf dem Laufenden - direkt ins E-Mail-Postfach.

Jetzt Newsletter abonnieren

Bildergalerie (1 Bild)

  • Quelle(n):

Autor

Nils Bettinger

Nils Bettinger

Gründer und Redaktionsleiter.
Hält den Kopf für alles hin.

Castrop-Rauxel im Postfach

Die wichtigsten Lokalnachrichten – kostenlos per Newsletter.

Jetzt anmelden