Mittwoch, 29. Juli 2026
Newsletter-AnmeldungNewsletter
Unterstützen Sie CASNews!
1.165 € von 5.000 € (23%)
Image
Am Freitag (7. August) steigt im "Retronom" an der Bockenfelder Straße 273 eine Vinyl-Party. Der Eintritt ist frei. Gäste können gern eigene Platten mitbringen. Auch die "Retronom"-Betreiber Matthias Igel (im Bild) und seine Frau Sandra steuern Platten aus ihrer Sammlung bei. | Bild: Nina Möhlmeier

Ganz viel Vinyl und vielleicht auch Guilty Pleasures

Erste Vinyl-Party im "Retronom": Gäste können ihre Schallplatten mitbringen

Vorlesen
Text:
Werbung

„Als Kind habe ich angefangen, Schallplatten zu kaufen. Meine erste Single war eine von EAV, die erste LP war ein Sampler mit Synthesizer-Musik. Damals gab es die Schallplatten noch überall in den Supermärkten, und sie kosteten rund 30 bis 35 Mark. Ich habe sie auf einer Kombianlage mit Platten-, CD-Spieler und Kassettendeck abgespielt“, erinnert sich Matthias „Mattus“ Igel (50). Gemeinsam mit seiner Frau Sandra (41) hat er im vergangenen Jahr das „Retronom“, eine Arcade-Bar direkt an der Castrop-Rauxeler Stadtgrenze, eröffnet (CASNews berichtete). Die Schallplatten-Affinität ist bei den beiden Merklindern bis heute geblieben. Auch deshalb veranstalten sie am Freitag (7. August) eine Vinyl-Party im „Retronom“. Einlass an der Bockenfelder Straße 273 ist ab 17 Uhr, der Eintritt ist frei. Was gespielt wird, liegt in den Händen der Gäste, denn sie können ihre Platten mitbringen. Wer ohne eigene Schallplatten vorbeikommt, ist natürlich ebenso willkommen.


Schallplatten verschwanden nie ganz von der Bildfläche


Als die CDs groß rauskamen, dachte Matthias Igel, die Schallplatten-Ära sei vorbei, doch dem war nicht so. „Spätestens, als dann das Streaming aufkam, glaubte ich, dass die Schallplatten verschwinden, aber es hat nie aufgehört.“ Vor allem zwei Gründe sprechen seiner Ansicht nach dafür, dass Schallplatten nie ganz von der Bildfläche verschwunden sind. „Bei Schallplatten hat man das Zelebrieren dabei: Platte aus der Hülle nehmen, Arm auflegen, Platte drehen und so weiter. Die Handhabe erfordert Aufmerksamkeit, Streaming hat nichts damit zu tun. Man kauft sich mit einer monatlichen Gebühr das Recht, Songs abzuspielen. Und ich glaube, der Jugend wird bewusst, dass einem beim Streaming nichts gehört. Zieht der Anbieter oder man selbst den Stecker, ist alles weg. Das hat man bei physischen Medien nicht. Sie hat man im Regal.“


Eigene Sammlung


Ihre eigene Plattensammlung sei nicht exorbitant groß und umfasse rund 100 Schallplatten. Gerade auf Trödelmärkten schauen die Beiden nach neuen LPs. „Es sind entweder Platten unserer Lieblingsbands oder ein Album, das wir noch nicht auf CD haben. Als wir im vergangenen Jahr vom Sauerland nach Merklinde gezogen sind, wurde mir dann richtig bewusst, was Vinyl wiegt“, verrät Matthias lachend.


"Guilty Pleasures" durchaus erwünscht


Die Vorfreude auf die Vinyl-Party ist groß. Beim Termin mit CASNews hat Matthias Igel unter anderem Platten von Judas Priest, Chuck Berry, Culture Club und Jean-Michel Jarre dabei. „Ich bin schon sehr gespannt, was unsere Gäste mitbringen werden. Man weiß nicht, was genremäßig kommt, aber es wird bestimmt ein buntgemischter Abend werden. An unserem samstäglichen Live-Programm sieht man, dass wir in puncto Musik bunt aufgestellt sind. Bei der Vinyl-Party wird garantiert auch Musik laufen, die man sonst nicht im Retronom hört“, vermutet Matthias und lädt dazu ein, ruhig auch peinliche Hits („Guilty Pleasures“) einzupacken. Gern kann man die Schallplatten-Hülle auch mit einem Post it versehen und die Lieder aufschreiben, die man sich von seiner jeweiligen Platte wünscht.


Auf Folie


„Vielleicht hat einer der Gäste auch Singles dabei, die damals auf Folie auf Zeitschriften klebten. So hat man seinerzeit Songs promotet, und ich würde diese Folien gern mal wieder sehen.“


Plattenspieler und Mischpult


Ein bis zwei Plattenspieler sowie Mischpult und Mikro werden bei der Vinyl-Party zum Einsatz kommen. Die Party findet im vorderen Bereich der Arcade-Bar statt. Im hinteren Raum kann auch an diesem Abend an 16 Geräten (unter anderem Pacman, Pinball, Airhockey) und der Retro-Konsole gezockt werden. Dass die Vinyl-Party an einem Freitag stattfindet, kommt nicht von ungefähr. „Wir möchten den Freitag künftig mit Programm ausbauen, und die Vinyl-Party ist ein wichtiger Baustein. Es ist gut möglich, dass es nicht bei dieser einen Vinyl-Party bleiben wird“, sagt Matthias.


Es knistert


„Eine Platte nehmen, sich auf die Couch setzen, die Musik hören und sich dabei das Booklet ansehen: Das ist für mich Entspannung, und ich finde das Knistern der Platte toll. Ich glaube, man hat heutzutage vergessen, wie viel Mühe und Zeit in ein Album fließen.“


Junge Band auf Platte


Die junge Band „Exorbit“ aus Lüdenscheid, die am 17. Oktober im „Retronom“ auftritt, sei ein tolles Beispiel dafür, dass Platten nicht abgeschrieben seien. „Die Band hat jetzt ihre erste Schallplatte herausgebracht. Es ist eine Single. Den Song bekommt man auch als Download, aber eben nicht nur“, freut sich Matthias Igel. Vielleicht wird auf der Vinyl-Party im „Retronom“ ja auch die Platte von „Exorbit“ aufgelegt…


Newsletter abonnieren - lokal & zuverlässig

Unser kostenloser Newsletter hält Sie täglich über die wichtigsten Nachrichten aus Castrop-Rauxel auf dem Laufenden - direkt ins E-Mail-Postfach.

Jetzt Newsletter abonnieren

Bildergalerie (1 Bild)

  • Quelle(n):

Autor

Nina Möhlmeier

Nina Möhlmeier

Freie Mitarbeiterin

Castrop-Rauxel im Postfach

Die wichtigsten Lokalnachrichten – kostenlos per Newsletter.

Jetzt anmelden