Fünf Jahre Quartiersbüro Habinghorst: Hilfe, Begegnung und Zusammenhalt
Seit 2020 bietet die Anlaufstelle an der Lange Straße Unterstützung für Familien, Geflüchtete und Nachbarn
- 18.09.2025 um 14:28
- Castrop-Rauxel
Habinghorst. Vor fünf Jahren öffnete das Quartiersbüro erstmals seine Türen an der Lange Straße – und entwickelte sich seitdem zu einer festen Stütze im Stadtteil. Was im Spätsommer 2020 als Reaktion auf die damals viel diskutierte „Problemimmobilie“ Lange Str. 107 begann, ist heute ein Ort der Beratung, Begegnung und Integration.
„Wir lösen sicher nicht alle Probleme, aber wir helfen Woche für Woche ganz konkret Menschen in unserer Stadt“, sagt Andreas Trzaska, der seit Beginn ehrenamtlich im Quartiersbüro mitarbeitet. Für ihn und sein Team steht außer Frage: Das Angebot ist ein wichtiger Bestandteil der Nachbarschaftshilfe und Integrationsarbeit in Castrop-Rauxel.
Ein Ort mit Geschichte
Nach der Eröffnung gegenüber der Problemimmobilie wurde das Quartiersbüro zunächst in enger Zusammenarbeit mit dem AGORA-Projekt betrieben. Dort entstand ein Brückenprojekt für Kinder aus geflüchteten Familien, die noch keinen Kita-Platz hatten. Mit Ritualen wie Mahlzeiten oder einem Abschlusskreis wurden die Kinder betreut, ähnlich wie in einer Kita. Heute nehmen rund 40 Kinder an diesen Angeboten teil, die Nachfrage ist ungebrochen hoch.
Im Laufe der Jahre zog das Büro mehrfach um – zuletzt nach einer drohenden Kündigung durch den Vermieter. Durch die Unterstützung der Stadtverwaltung gelang 2022 der Umzug in die heutigen Räume an der Lange Straße 48. Dort ist das Quartiersbüro endgültig angekommen und fester Bestandteil der Stadtteilarbeit.
Mehr als 1.100 Beratungen in sechs Monaten
Das Herzstück der Arbeit sind die offenen Beratungszeiten: Dienstags von 14 bis 16 Uhr und donnerstags von 15 bis 17 Uhr können Bürgerinnen und Bürger ohne Termin vorbeikommen. Die Bandbreite der Themen ist groß: Wohnungsfragen, Kindergeld, Bewerbungen, Jobcenter, Sozialleistungen, Krankenkassen – fast alles findet hier Gehör. Im ersten Halbjahr 2025 wurden bereits über 1.100 Beratungen gezählt.
„Man kann förmlich spüren, wie viel Vertrauen die Menschen inzwischen in unsere Arbeit haben“, berichtet Trzaska. Möglich wird das durch ein engagiertes Team aus Mitarbeitenden der Stadt, Ehrenamtlichen und Dolmetschenden, die unkompliziert helfen und passende Lösungen vermitteln.
Anlaufstelle in schwierigen Zeiten
Besonders deutlich wurde die Bedeutung des Quartiersbüros in den vergangenen Krisenjahren: Während der Pandemie entstanden neue Formate, ab 2022 war die Einrichtung eine wichtige erste Anlaufstelle für ukrainische Geflüchtete. Auch heute bleibt sie ein zentraler Punkt für Menschen, die in Habinghorst und Umgebung Unterstützung suchen.
Mehr als Beratung
Neben den Sprechstunden spielt die Kinder- und Familienarbeit eine große Rolle. Sprachförderung, Naturpädagogik, Bewegung und gemeinschaftliche Aktivitäten sind feste Bestandteile der Brückenprojekte. Das Ziel: Kindern einen guten Start und Familien ein Stück Alltagssicherheit zu geben.
Fünf Jahre Quartiersbüro – das bedeutet fünf Jahre Unterstützung, Begegnung und Zusammenhalt im Stadtteil. Und genau darauf verweist auch Andreas Trzaska: Die vielen Beratungen, das Vertrauen der Menschen und die sichtbaren Erfolge in der Integrationsarbeit seien ein starkes Signal. „Wir lassen uns diese kontinuierliche Arbeit nicht kaputtreden“, betont er – eine klare Antwort auf die jüngst in einem Interview von Nassir Tamouh (BSW) geäußerte Kritik, man habe die Probleme des Viertels mit dem Quartiersbüro nicht in den Griff bekommen. Vielmehr zeige die wachsende Nachfrage, dass das Quartiersbüro zu einer festen Stütze im Viertel geworden sei – ein Ort, an dem Hilfen schnell, niedrigschwellig und verlässlich ankommen.
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- Quelle(n): Quartiersbüro & CASNews
Autor
Nils Bettinger
Gründer und Redaktionsleiter.
Hält den Kopf für alles hin.
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