16. April 2026
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Fußball-WM: Plant die Stadt Public Viewing?

Späte Anstoßzeiten, finanzielle Herausforderungen und verschärfte Sicherheitsstandards sorgen für ein "Nein"

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Vom 11. Juni bis 19. Juli rollt der Ball bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Kanada, Mexiko und den USA. Aufgrund der Zeitverschiebung finden viele Spiele erst spät am Abend oder nachts statt. Damit während der WM öffentliche Übertragungen auch nach 22 Uhr möglich sind, hat das Bundeskabinett die „Public-Viewing-Verordnung“ auf den Weg gebracht. Sie sieht Ausnahmen von den geltenden Lärmschutzregeln vor. Noch müssen die Länder im Bundesrat zustimmen, aber davon ist auszugehen. Städte und Gemeinden hätten somit die Möglichkeit, auch bei späten Anstoßzeiten Rudelgucken anzubieten. Wird die Stadt Castrop-Rauxel davon Gebrauch machen?


Die Antwort aus dem Rathaus fällt eindeutig aus: „Die Stadt plant aktuell kein offizielles Public Viewing zur WM 2026“, erklärt Stadtsprecher Michael Nickel auf Anfrage. Der Hauptgrund hierfür liege in den späten Anstoßzeiten der Spiele mit deutscher Beteiligung, die in der Vorrunde in zwei von drei Fällen ab 22 Uhr stattfänden. „Erfahrungsgemäß ist die Bereitschaft der Bevölkerung, zu dieser Uhrzeit – insbesondere an Werktagen – eine öffentliche Veranstaltung zu besuchen, eher gering“, so Nickel. Die Stadtverwaltung und die potenziell beteiligten Tochterunternehmen gingen daher nicht „von relevanten Zuschauerzahlen“ aus und hätten die Planung aus diesem Grund nicht weiterverfolgt.


Darüber hinaus seien mit der Ausrichtung eines Public Viewings erhebliche organisatorische und finanzielle Herausforderungen verbunden. „Dazu zählen unter anderem die Kosten für moderne Übertragungs- und Videotechnik, GEMA-Gebühren, Sicherheitspersonal sowie FIFA-Lizenzgebühren“, zählt Nickel auf. Zudem müssten strenge Vorgaben der FIFA und ihrer Partner eingehalten werden, etwa bei Sponsoring oder dem Ausschank von Getränken. „Diese Faktoren bergen ein finanzielles Risiko, das die Stadtverwaltung derzeit nicht eingehen möchte“, heißt es aus dem Rathaus.


Wäre denn ein spontanes „Rudelgucken“ denkbar, falls die DFB-Elf ein erfolgreiches Turnier spielt und weit kommt? 2016 hatte es kurzfristig (und bei freiem Eintritt) zum EM-Halbfinalspiel unserer Nationalmannschaft gegen Frankreich ein Public Viewing in der Europahalle gegeben. „Ein spontanes ‚Rudelgucken‘, wie es 2016 in der Europahalle stattfand, wäre heute aufgrund verschärfter Sicherheitsstandards für Großveranstaltungen nur mit erheblichem Vorlauf und Planung möglich. Dadurch bedingt, sind auch bei den jüngsten vergleichbaren Fußball-Turnieren von städtischer Seite keine Public Viewings angeboten worden“, sagt Michael Nickel.


  • Quelle(n): Bundesumweltministerium

Autor

Nina Möhlmeier

Nina Möhlmeier

Freie Mitarbeiterin