Wartburgstraße wird ab Oktober für 15 Monate gesperrt
Anwohner sorgen sich um Verkehr, Hochwasser und Erreichbarkeit - Rund 130 Bürger bei Infoveranstaltung
- 22.04.2026 um 22:00
- Castrop-Rauxel
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Jetzt Newsletter abonnierenRund 130 Bürger sind am Mittwoch einer Einladung des Kreises Recklinghausen und der Emschergenossenschaft gefolgt. Thema der Informationsveranstaltung war die geplante Erneuerung der Emscher-Brücke an der Wartburgstraße sowie der damit verbundene Ausbau der Straße zwischen Heerstraße und Freiheitsstraße.
Die Verantwortlichen machten deutlich, dass die Maßnahme notwendig sei: Die bestehende Brücke ist rund 115 Jahre alt und weist deutliche Schäden auf. Eine Sanierung im Bestand sei nicht möglich, da gleichzeitig die Straße verbreitert und beidseitige Radwege geschaffen werden sollen. Daher sei ein vollständiger Neubau vorgesehen.
Vollsperrung ab 1. Oktober geplant
Nach aktuellem Stand soll die Wartburgstraße ab dem 1. Oktober vollständig gesperrt werden. Die Bauzeit beträgt etwa 15 Monate. Eine Freigabe des Verkehrs ist gegen Ende November 2027 vorgesehen, weitere Arbeiten sollen bis Dezember abgeschlossen werden.
Eine Ersatzbrücke für den Autoverkehr wird es nicht geben. Laut Planung sei dies aufgrund der örtlichen Gegebenheiten und der Kurvenführung nicht umsetzbar. Auch eine halbseitige Bauweise wurde verworfen, da sie die Bauzeit deutlich verlängert hätte.
Aufwendige Planung für Rad- und Fußverkehr
Deutlich wurde in der Präsentation, dass der Umbau weit über eine reine Straßen- und Brückensanierung hinausgeht. Geplant ist ein umfassendes Netz für den Rad- und Fußverkehr, das sich unmittelbar an den Bereich „Sprung über die Emscher“ anschließt.
Vorgesehen sind unter anderem Rampen, Auf- und Abfahrten sowie neue Wegeführungen, die eine direkte Anbindung an die Emscherpromenade ermöglichen sollen. Eine rund 125 Meter lange Rampe mit geringer Steigung soll barrierearme Verbindungen schaffen. Zusätzlich sind neue Querungsmöglichkeiten und Ampelanlagen geplant, um Radfahrer und Fußgänger sicher über die Straßen zu führen.
Die Planer betonten, dass damit ein qualitativ hochwertiger, zusammenhängender Bewegungsraum entstehen solle, der den Bereich entlang der Emscher deutlich aufwertet. Gleichzeitig wurde aber auch deutlich, dass diese ambitionierte Planung zu einem erheblichen baulichen Aufwand führt.
Umleitungen und Verkehrsprobleme sorgen für Kritik
Ein zentrales Thema der Veranstaltung war die Verkehrsführung während der Sperrung. Der Verkehr soll großräumig über die Römerstraße und die B235 umgeleitet werden. Für den Schwerverkehr ist eine gesonderte Umleitung vorgesehen.
Viele Anwohner äußerten Zweifel, ob dies in der Praxis funktionieren werde. Bereits heute komme es zu erheblichen Verkehrsbelastungen. Mehrere Teilnehmer befürchten ein dauerhaftes Verkehrschaos während der Bauzeit.
Gewerbetreibende sehen wirtschaftliche Risiken
Besonders kritisch äußerten sich lokale Gewerbetreibende. Sie rechnen mit deutlichen Umsatzeinbußen, da Kunden durch Umleitungen und Einschränkungen abgeschreckt werden könnten.
Auch die Erreichbarkeit einzelner Betriebe – darunter eine Tierarztpraxis in unmittelbarer Nähe zur Baustelle – wurde intensiv diskutiert. Konkrete Lösungen konnten hierzu noch nicht abschließend präsentiert werden.
Sorge um Hochwasser und Entwässerung
Ein weiterer Schwerpunkt war die Entwässerungssituation. Anwohner wiesen auf Probleme mit einer bestehenden Rigole hin und äußerten die Sorge, dass sich die Situation während der Bauzeit verschärfen könnte.
Die Verantwortlichen kündigten an, diese Hinweise aufzunehmen und gemeinsam mit der Stadt zu prüfen.
Teilweise angespannte Diskussion
Die Diskussion verlief zeitweise angespannt. Einige Wortmeldungen waren deutlich kritisch formuliert. Die Vertreter von Kreis und Emschergenossenschaft blieben sachlich und kündigten an, offene Fragen im Nachgang weiter zu klären.
Fazit
Die Veranstaltung zeigte deutlich die Spannungsfelder der Maßnahme: Während die Planung auf eine moderne, hochwertige Infrastruktur für Rad- und Fußverkehr abzielt, stehen für viele Anwohner die unmittelbaren Auswirkungen im Vordergrund. Besonders die Themen Verkehr, Erreichbarkeit und Hochwasserschutz sorgen weiterhin für erheblichen Diskussionsbedarf.
Bildergalerie (4 Bilder)
- Quelle(n): CASNews
Autor
Nils Bettinger
Gründer und Redaktionsleiter.
Hält den Kopf für alles hin.
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