16. März 2026
Unterstützen Sie CASNews!
1,620 € von 2,400 € (68%)
Image

Stadt sieht mehrere Gründe für Rückgang beim PV-Zubau

Solarspitzengesetz, Wirtschaftslage und Förderunsicherheit bremsen Investitionen – Stadtwerke setzen auf Beratung und Bürgerenergie

Newsletter abonnieren - lokal & zuverlässig

Unser kostenloser Newsletter hält Sie täglich über die wichtigsten Nachrichten aus Castrop-Rauxel auf dem Laufenden - direkt ins E-Mail-Postfach.

Jetzt Newsletter abonnieren

Werbung

Nach dem deutlichen Rückgang des Photovoltaik-Zubaus in Castrop-Rauxel im Jahr 2025 hat die Stadt Castrop-Rauxel auf Anfrage von CASNews Stellung genommen. Auch die Stadtwerke Castrop-Rauxel bedauern demnach die Entwicklung und sehen mehrere Ursachen für die aktuelle Marktlage.


Zu den Hintergründen dieser Entwicklung hatten wir bereits am 3. Februar berichtet: „PV-Zubau in Castrop-Rauxel 2025 deutlich eingebrochen“. Dort wurde aufgezeigt, dass sowohl die Anzahl neu installierter Anlagen als auch die insgesamt neu installierte Leistung gegenüber den Vorjahren deutlich gesunken sind und die durchschnittliche Leistung pro Anlage abgenommen hat.


Um das vom Stadtrat formulierte Ziel zu erreichen, bis zum Jahr 2030 rund 80 Prozent des Strombedarfs in der Stadt aus erneuerbaren Energien zu decken, sei ein weiterer deutlicher Ausbau der Photovoltaik-Leistung notwendig. Der aktuelle Rückgang betreffe dabei nicht nur Großanlagen auf öffentlichen Flächen oder Gewerbedachflächen, sondern den Markt insgesamt.


Als mögliche Gründe für die Entwicklung nennt die Stadt unter anderem das Inkrafttreten des Solarspitzengesetzes, die allgemein schwache Wirtschaftslage, eine Preisnormalisierung nach der Energiekrise sowie die Ankündigung der Bundesregierung, die EEG-Förderung perspektivisch streichen zu wollen. Diese Faktoren sorgten derzeit offenbar für eine Zurückhaltung bei Investitionen.


Grundsätzlich seien Photovoltaik-Anlagen weiterhin in vielen Gebäudeszenarien wirtschaftlich sinnvoll. Die genannten Hemmnisse führten jedoch dazu, dass entsprechende Projekte aktuell seltener umgesetzt würden.


Die Stadtwerke arbeiten nach eigenen Angaben seit mehreren Jahren daran, Photovoltaik-Freiflächenanlagen im Stadtgebiet zu realisieren. Bisher sei dies jedoch an wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gescheitert. Aktuell gebe es einen neuen Ansatz, der Hoffnung mache, diese Anlagen künftig wirtschaftlich auskömmlich betreiben zu können.


Beim Ausbau der Dachphotovoltaik sieht die Stadt insbesondere private und gewerbliche Akteure in der Verantwortung. Um den Ausbau zu unterstützen, bieten die Stadtwerke unter anderem eine kostenfreie energetische Sanierungsberatung sowie Informationsveranstaltungen an. Zudem engagieren sie sich über ihre Beteiligung an einer Bürgerenergiegenossenschaft, in der nach Angaben der Stadt in den vergangenen zwölf Monaten bereits zahlreiche Aktivitäten angestoßen wurden.


Der Rückgang des PV-Zubaus bleibt damit ein zentrales Thema der lokalen Energiewende. Ob die genannten Maßnahmen ausreichen, um den Ausbau in den kommenden Jahren wieder deutlich zu beschleunigen, dürfte auch weiterhin Gegenstand politischer und öffentlicher Diskussionen sein.


  • Quelle(n): Stadt Castrop-Rauxel

Autor

Nils Bettinger

Nils Bettinger

Gründer und Redaktionsleiter.
Hält den Kopf für alles hin.