23. März 2026
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Projekt „Politische Stammtische“ in Castrop-Rauxel abgeschlossen

Caritas zieht Bilanz: Austauschformate für armutsbetroffene Menschen stoßen auf große Resonanz

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Das Projekt „Politische Stammtische“ zur Stärkung der politischen Beteiligung armutsbetroffener Menschen in Castrop-Rauxel ist erfolgreich abgeschlossen worden. Ziel des Förderprojekts war es, Menschen mit Armutserfahrungen einen geschützten Raum für Austausch und Mitwirkung zu bieten.


Im Rahmen des Projekts wurden regelmäßig wöchentliche Stammtische organisiert, bei denen Teilnehmende ihre Anliegen und Erfahrungen einbringen konnten. Die Treffen fanden bewusst in einer offenen und niedrigschwelligen Atmosphäre statt, begleitet von einfachen Angeboten wie Kaffee und Gebäck, um den Austausch zu erleichtern.


Ein besonderer Ansatz bestand darin, die Stammtische an bestehende Angebote anzubinden. Dazu gehörten unter anderem Suppenküchen, Sprachkurse, das Internationale Frauenfrühstück sowie Ausgabestellen der Tafel. Auf diese Weise konnten auch Menschen erreicht werden, die klassische politische Beteiligungsformate eher selten nutzen.


Für den Dialog sorgte zudem die regelmäßige Teilnahme von Vertretern aus Politik und Verwaltung. Neben Kommunalpolitikern waren unter anderem auch der Bürgermeister, der Landrat, Mitglieder des Integrationsrats sowie die Sozialdezernentin vor Ort. Ziel war es, Anliegen direkt aufzunehmen und in den politischen Diskurs einzubringen.


Die inhaltlichen Schwerpunkte der Gespräche spiegelten zentrale gesellschaftliche Herausforderungen wider. Häufig genannt wurden Themen wie Wohnraummangel, steigende Lebenshaltungskosten, unzureichende Sprachförderung, lange Bearbeitungszeiten bei Behörden sowie digitale Hürden. Auch fehlende Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt wurden angesprochen.


Nach Einschätzung der Projektverantwortlichen hat sich gezeigt, dass politische Beteiligung dann gelingt, wenn Vertrauen aufgebaut und Menschen aktiv einbezogen werden. Die Stammtische hätten nicht nur Probleme sichtbar gemacht, sondern auch das Gefühl gestärkt, gehört zu werden und Einfluss nehmen zu können.


Für die Zukunft wird angestrebt, solche Formate weiterzuführen und zu verstetigen. Ziel ist es, die Beteiligung armutsbetroffener Menschen dauerhaft in politische Entscheidungsprozesse einzubinden.


Zum Abschluss des Projekts wurde es auch überregional vorgestellt: Bei einer Veranstaltung an der Hochschule Düsseldorf präsentierte der Caritasverband die Ergebnisse im Rahmen eines „Markts der Möglichkeiten“ und stieß dabei auf großes Interesse.


Hintergrund: Das Projekt war Teil des Landesprogramms „Mitreden, Mitgestalten, Mitentscheiden“, das die politische Teilhabe von Menschen in schwierigen Lebenslagen stärken soll. Es zeigt, dass niedrigschwellige Beteiligungsangebote eine wichtige Rolle spielen können, um Menschen zu erreichen, die sonst kaum Zugang zu politischen Entscheidungsprozessen haben.


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  • Quelle(n): Caritasverband Castrop-Rauxel

Autor

Nils Bettinger

Nils Bettinger

Gründer und Redaktionsleiter.
Hält den Kopf für alles hin.