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Bürgerkoffer der Stadt bleibt praktisch ungenutzt
Gerät für mobile Ausweise seit 2022 nur einmal im Einsatz – Verwaltung spricht von „faktisch unbrauchbar“
- 27.03.2026 um 08:59
- Castrop-Rauxel
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Jetzt Newsletter abonnierenDie Stadt Castrop-Rauxel hat im Jahr 2022 einen sogenannten Bürgerkoffer angeschafft, um Verwaltungsleistungen wie die Beantragung von Personalausweisen auch außerhalb des Rathauses zu ermöglichen. Doch das Projekt ist offenbar gescheitert: Nach Angaben der Verwaltung kam das Gerät bislang nur ein einziges Mal zum Einsatz.
Im Mai 2025 wurde der Bürgerkoffer im Betriebsausschuss 1 vorgestellt - CASNews berichtete.
Der Bürgerkoffer wurde über die Bundesdruckerei bereitgestellt und kostete in der Anschaffung 1.785 Euro. Hinzu kommen laufende Kosten von rund 70 Euro monatlich für eine Daten-SIM-Karte. Fördermittel wurden für das Projekt nicht in Anspruch genommen.
Wie die Stadt auf Anfrage mitteilt, bestehen erhebliche technische Probleme. So funktionieren zentrale Komponenten wie Kamera, Scanner und Unterschriftenpad bislang nicht zuverlässig im Echtbetrieb. Auch eine Anbindung an ein Bezahlsystem fehlt. Insgesamt sei der notwendige Zusatzaufwand hoch, um das Gerät überhaupt einsetzen zu können.
Im Betriebsausschuss 1 hatte der Beigeordnete Michael Eckhardt die Situation bereits deutlich beschrieben und erklärt, der Bürgerkoffer sei derzeit „faktisch unbrauchbar“. Diese Einschätzung bestätigt die Verwaltung nun indirekt: Ein weiterer Einsatz ist aktuell nicht geplant.
Als Begründung führt die Stadt unter anderem an, dass es keine Nachfrage nach dem mobilen Angebot gebe. Gleichzeitig verweist sie auf hohe Anforderungen beim Datenschutz und bei der IT-Sicherheit. Für einen Außeneinsatz müssten zusätzliche Maßnahmen getroffen werden, etwa zum Schutz sensibler Daten, zur Sicherung der Hardware sowie zur Einhaltung von Standards des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik.
[Bild: Verwaltungsmitarbeiter Mitterhofer präsentierte vor knapp einem Jahr den mobilen Bürgerkoffer im Betriebsausschuss 1.]
Auch organisatorisch wäre der Einsatz aufwendig: Mindestens zwei Mitarbeiter müssten eingeplant werden, die dann im Bürgerbüro fehlen würden. Zudem wären weitere Anschaffungen notwendig, etwa für ein geeignetes Fahrzeug oder spezielle Ausrüstung für den sicheren Transport.
Die ursprünglich verfolgte Idee eines „mobilen Bürgerbüros“ bleibt damit vorerst unerreicht. Zwar schließt die Stadt nicht aus, künftig bei neuen technischen Entwicklungen erneut einen solchen Ansatz zu verfolgen. Mit dem derzeitigen System sei ein wirtschaftlicher und sicherer Betrieb jedoch nicht verhältnismäßig.
- Quelle(n): CASNews & Stadt Castrop-Rauxel
Autor
Nils Bettinger
Gründer und Redaktionsleiter.
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