- Bild: Nils Bettinger
Bochumer Straße: Zwischen "Normalbetrieb" und Umsatzeinbußen
Baustelle hat unterschiedliche Auswirkungen auf ansässige Gewerbe
- 09.04.2026 um 13:00
- Castrop-Rauxel
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Jetzt Newsletter abonnierenSeit dem 31.März wird an der Bochumer Straße in Obercastrop die Fahrbahn saniert, und deshalb ist die Straße im Bereich zwischen Viktoriastraße und dem Altstadtring vorübergehend zur Einbahnstraße geworden (CASNews berichtete). Eine Umleitung wurde über die Cottenburgstraße sowie die B235 (Wittener Straße/Ringstraße) eingerichtet. Die Arbeiten sollen voraussichtlich bis Ende April dauern. Die Stimmungslage der Gewerbetreibenden an der Bochumer Straße ist gemischt.
„Ich nehme es lockerer, denn es ist ja nicht zu ändern, und in den Ferien ist es ohnehin ruhiger“, sagt Martina Vierhaus vom Familienbetrieb „Rudelstolz“. Das Parken sei problematisch, aber dies sei ein generelles Problem an der Bochumer Straße. „Es ist, gerade zum Feierabend hin, immer extrem schwierig, einen Parkplatz zu bekommen“, weiß sie. Wenn Frauchen und Herrchen mit ihren Hunden zur Tier-Physiotherapie kämen und vor dem Ladenlokal keinen Parkplatz bekämen, sei dies wegen der gehandicapten Tiere sehr ungünstig.
Eine generell problematische Parkplatzsituation sieht auch Delwar Hamid. „Leider gibt es hier zu wenig Parkplätze. Das sagen auch die Kunden“, so der Inhaber des Lotto-Kiosks. Er sehe immer wieder, dass Autofahrer auf Höhe des Kiosks bremsten, dann jedoch weitefahren würden, weil sie keinen Parkplatz bekämen. Die Bauarbeiten selbst hätten keinen negativen Einfluss auf das Geschäft. „Bisher ist alles gut. Ich merke einen kleinen Unterschied, aber er ist nicht so gravierend“, sagt Delwar Hamid.
„Natürlich bemerkt man Beeinträchtigungen und Umsatzeinbußen“, erklärt Sadik Akdi. Seit Baustellenbeginn sei ein Kundeneinbruch in der „Änderungsschneiderei Akdi“ feststellbar. „Die Ferien spielen auch mit rein, aber das ist nicht der Hauptgrund.“ Die Baustelle störe, so das Feedback vieler Kunden. „Sie müssen Umwege in Kauf nehmen. Wir hoffen, dass die Arbeiten Ende April auch wirklich beendet sein werden und nicht noch länger andauern. Das wäre schlecht!“
Auch Bettina Mirow („Blumen Atelier Mirow“) hofft auf ein zeitnahes Ende der Baustelle. „Obwohl die Viktoriastraße weiterhin befahrbar ist, biegen die meisten Autos, die von Bochum kommen, aufgrund der Beschilderung in die Cottenburgstraße ab und fahren über die B235. Somit erreichen sie uns gar nicht erst.“ Damit falle potentielle „Laufkundschaft“ weg, und genau das sei das Problem, denn man sei auf eben diese Kundschaft angewiesen. Umsatzeinbußen seien definitiv zu verzeichnen.
„Wir können jetzt testen, wer unsere Kundschaft ist: Kommen die Kunden gezielt zu uns oder entdeckt jemand das Geschäft im Vorbeifahren und hält an?“
In diesem Jahr habe man bereits die dritte Baustelle vor der Tür. Unter anderem seien kürzlich Leitungen verlegt worden und nun werde die Fahrbahn saniert. „Wird die Straße dadurch besser?“, stellt Bettina Mirow die Qualitätsfrage.
Heike Künkler vom „Haarstudio Creativ Team“ hat bisher keine Beeinträchtigungen feststellen können. „Vor Ostern ging es gut und jetzt auch noch“, erklärt sie. „Die Stammkunden parken woanders - zum Beispiel am Grünen Weg.“
Auch am Rhodos-Grill spürt man bisher keine negativen Auswirkungen auf das Geschäft. „Wir sind nicht schlimm davon betroffen, denn die Bochumer Straße ist ja weiterhin befahrbar.“
In der „Naturfleischerei Kranefoer“ wünscht man sich ein baldiges Ende der Bauarbeiten, befürchtet jedoch, dass sie sich noch länger hinziehen werden. „Ich passiere den Bereich täglich zehn bis zwölf Mal und sehe selten Arbeiter an der Baustelle“, sagt Annabelle Kranefoer. Die Straße müsse gemacht werden, sieht sie die Notwendigkeit, aber das Ganze habe Auswirkungen auf den Betrieb. „Hier merkt man es, und auch bei unseren Kunden ist das ein Thema. Sie fragen: ‚Wie komme ich hier hin?‘“ Gerade für ältere Kunden sei es oftmals problematisch, wenn sie nicht vor dem Ladenlokal parken könnten.
[Bild: Blick auf die Bochumer Straße. Hier biegen viele Verkehrsteilnehmer auf die Cottenburgstraße ab. Dabei kann der Weg über die Viktoriastraße durchaus fortgesetzt werden.]
- Quelle(n): CASNews
Autor
Nina Möhlmeier
Freie Mitarbeiterin
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