Dienstag, 27. Oktober 2026
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Bild: Nikola Reder

Volle Tische und volle Tanzfläche: Tanztee feiert gelungenes Comeback

Nach langer Pause lädt der Kulturverein Musik aus Deutschland e.V. erstmals mit Live-Musik zum Tanztee ins Gemeindezentrum St. Elisabeth – und trifft auf großen Zuspruch.

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Die ersten Gäste waren schon vor dem offiziellen Beginn gekommen. Als am Sonntag, 25. Oktober, um 16 Uhr der Tanztee im Gemeindezentrum St. Elisabeth begann, hatte sich der Saal bereits gut gefüllt, sodass schließlich alle Tische belegt waren. Nach längerer Pause hatte der Kulturverein Musik aus Deutschland e.V. seine Veranstaltungsreihe zurückgebracht – erstmals in Zusammenarbeit mit der St.-Elisabeth-Gemeinde in Obercastrop und erstmals mit Live-Musik. Drei Stunden lang wurde getanzt, zugehört und ein entspannter Nachmittag miteinander verbracht.


Für den passenden Rahmen sorgten das Team vom „Café zu Hause“ auf Schwerin mit Kaffee und Kuchen sowie die Musiker Alfred und Gerd Wüst. Die Brüder aus Herten (Alfred) und Dorsten (Gerd) erwiesen sich als vielseitiges „Zwei-Mann-Tanzorchester“, wie Veranstalter Christian Reder das Duo im Vorfeld genannt hatte. Ihr in zwei Liveblöcke aufgeteiltes Programm führte überwiegend durch die Schlagerwelt der Fünfziger-, Sechziger- und Siebzigerjahre.


Los ging die musikalische Zeitreise mit „Die süßesten Früchte“, bekannt durch Peter Alexander und Leila Negra. Es folgten unter anderem Freddy Quinns „Heimweh“, der „Kriminaltango“ und Trude Herrs „Ich will keine Schokolade“. Mit „Zwei kleine Italiener“, „Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett“ und „Rote Lippen soll man küssen“ rückten anschließend die frühen Sechzigerjahre in den Mittelpunkt. Auch „Schuld war nur der Bossa Nova“ und Drafi Deutschers „Marmor, Stein und Eisen bricht“ gehörten zum ersten Teil.


Die Brüder ließen die Lieder dabei nicht einfach für sich stehen. Sie kündigten jeden Titel einzeln an und erzählten kleine Geschichten über seine Entstehung, seine Interpreten oder Besonderheiten. So erinnerten sie etwa daran, dass Conny Froboess mit „Zwei kleine Italiener“ 1962 die Deutschen Schlagerfestspiele gewonnen hatte. Bei Bill Ramseys „Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett“ führte die Moderation von der Musik zum Film: Der Songtitel wurde auch zum Titel einer deutschen Kinokomödie.


Solche Ausflüge in die Musikgeschichte machten das Programm auch für jene Gäste unterhaltsam, die das Geschehen lieber vom Tisch aus verfolgten. Musikalisch wechselte das Duo zwischen zwei Akustikgitarren und der Kombination aus Akustikgitarre und Violin-Bass. Letzteren, vielen als „Beatle-Bass“ bekannt, spielte Gerd Wüst. Bei einer Handvoll Stücke setzte Alfred Wüst zusätzlich Percussion-Instrumente ein.


Für Abwechslung sorgte außerdem ein Kleiderständer im Bühnenhintergrund. Dort hingen zahlreiche Hüte und andere Kopfbedeckungen, die passend zu den einzelnen Liedern zum Einsatz kamen. Mit wechselnden Accessoires und Outfits ergänzten die Brüder ihren Auftritt um kleine darstellerische Einlagen. Die im Vorfeld vereinzelt geäußerte Befürchtung, zu Musik mit Gitarre und Bass lasse sich womöglich nicht richtig tanzen, erledigte sich schnell. Schon nach kurzer Zeit fanden sich die ersten Paare auf der Tanzfläche ein.


Als die Brüder zwischen 17 und 18 Uhr ihre einstündige Pause einlegten, übernahm DJ Mike Shean. Er erfüllte Musikwünsche aus dem Publikum und bewies auch bei seiner eigenen Auswahl ein glückliches Händchen. Während seines gesamten Einsatzes war die Tanzfläche voll.


Im zweiten Liveblock ging die Reise weiter in Richtung Siebzigerjahre. Michael Holms „Mendocino“ und Rex Gildos „Fiesta Mexicana“ standen ebenso auf dem Programm wie „Griechischer Wein“ von Udo Jürgens und Reinhard Meys „Über den Wolken“. Mit „Hey, hey, Wickie“ und „Die Biene Maja“ fanden auch vertraute Fernsehmelodien ihren Platz zwischen den Schlagern. Eine weitere Geschichte aus den Moderationen führte in die Niederlande: „Die kleine Kneipe“, hierzulande vor allem durch Peter Alexander bekannt, wurde ursprünglich von Pierre Kartner geschrieben und gesungen, der unter dem Namen Vader Abraham berühmt wurde. Auf der Setliste standen außerdem „Anita“ und „Ein Bett im Kornfeld“. Nach Howard Carpendales „Geh doch“ führte die Zugabe schließlich noch ein Stück in die Achtzigerjahre: Mit Udo Jürgens’ „Ich war noch niemals in New York“ endete die musikalische Zeitreise.


Über den gesamten Nachmittag hinweg herrschte eine entspannte und ausgesprochen gute Stimmung. Es wurde nicht nur viel getanzt, sondern bei manchen Songs auch im Chor mitgesungen. Viele der Gäste hatten eins gemeinsam: Sie waren in ihrer Jugend alle Schüler der Castrop-Rauxeler Tanzschule Schmidt-Hutten, was sich in vielen Gesprächen herausstellte. Ein Gast brachte seine Freude über das Angebot auf den Punkt: „Ich freue mich unheimlich darüber, dass an ansonsten eher tristen Sonntagnachmittagen im Herbst jetzt so eine tolle Veranstaltung angeboten wird. Ich hoffe, das passiert hier jetzt öfter.“


Diesen Wunsch kann Veranstalter Christian Reder allerdings vorerst nicht erfüllen. Der Tanztee soll künftig einmal im Jahr stattfinden. „Es soll ein Highlight im Veranstaltungskalender sein“, erklärte er. Die Besucher sollten sich darauf freuen und den Termin lange im Voraus einplanen können. Durch zu häufige Wiederholungen solle das Angebot keine Abnutzungserscheinungen bekommen. Außerdem sind weitere Veranstaltungen für alle Generationen im Gemeindezentrum St. Elisabeth geplant. Für 2027 kündigte Reder unter anderem sogenannte Revival-Partys an, die das Lebensgefühl früherer Zeiten in der Stadt und Erinnerungen an die Jugend ihrer Bewohner für einen Abend zurückholen sollen. Damit sollen besonders auch Jugendliche und junge Erwachsene angesprochen werden. Details ließ er noch offen, verriet aber, dass für das kommende Jahr bereits einiges geplant sei.


Der nächste Termin im Gemeindezentrum an der Bochumer Straße 94 ist bereits am 20. November 2026. Dann stellt der Kulturverein Musik aus Deutschland e.V. Ergebnisse seiner bisherigen Jugendarbeit vor. Zwei Musikprojekte, die seit April dort proben und eigene Musik entwickeln, werden erstmals live zu erleben sein. Für die junge Sängerin Lisa Holtkamp wird der Abend zugleich zur Release-Party: An diesem Tag erscheint ihre Debütsingle „Zwei Leben“, zudem ist die erste öffentliche Vorführung des dazugehörigen Musikvideos geplant. Auch Komponist und Produzent Heiner Lürig, der den Text von Christian Reder für die Sängerin vertont hat, soll den Titel gemeinsam mit ihr auf der Bühne präsentieren. Als weitere Acts werden das Trio Sweet Little Project der beiden 16-jährigen Schülerinnen Luna und Svea sowie eine Coverband auftreten.


Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei. Plätze können per E-Mail an chrecas@gmail.com oder per WhatsApp unter 0163/4405850 reserviert werden.


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Autor

Nils Bettinger

Nils Bettinger

Gründer und Redaktionsleiter.
Hält den Kopf für alles hin.

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