Suchtberatung gestartet – doch der Aufbau läuft noch
Nach Diakonie-Aus und DROB-Übergang übernimmt neuer Träger – zweite Stelle noch unbesetzt, keine offene Sprechstunde
- 03.10.2026 um 12:46
- Castrop-Rauxel
Seit dem 1. Oktober ist die Caritas für die Suchtberatung in Castrop-Rauxel zuständig. Damit wird der angekündigte Zeitplan eingehalten. Vollständig aufgebaut ist das neue Angebot zum Start allerdings noch nicht: Die Caritas beginnt zunächst mit einer Vollzeitkraft, die zusätzlich vorgesehene Teilzeitstelle ist noch unbesetzt. Offene Sprechstunden gibt es vorerst ebenfalls nicht. Auch die Übergabe mit der zuletzt übergangsweise zuständigen DROB steht noch aus.
Damit endet eine mehrmonatige Übergangsphase in der Castroper Suchtberatung. Jahrzehntelang hatte das Diakonische Werk Herne am Biesenkamp eine entsprechende Beratungsstelle betrieben. Zum 1. Juli stellte die Diakonie das Angebot jedoch ein. Hintergrund waren wirtschaftliche Gründe. Diakonie-Geschäftsführer Jörg Kasbrink hatte gegenüber CASNews erklärt, die Förderung reiche nicht aus, um das Angebot ohne erheblichen Eigenanteil fortzuführen. Rund 40.000 Euro jährlich habe die Diakonie nach eigenen Angaben selbst aufbringen müssen.
Die Finanzierung der Suchtberatung erfolgt im Wesentlichen über den Kreis Recklinghausen. Dieser hatte das Castroper Angebot zuletzt mit rund 155.000 Euro jährlich gefördert, die Stadt Castrop-Rauxel steuerte rund 6.200 Euro bei.
Schon im Juni war klar, dass es Interesse an einer Fortführung gab. Der Kreis Recklinghausen berichtete damals von zwei möglichen neuen Trägern und erklärte, Ziel sei ein möglichst nahtloser Übergang. Eine dauerhafte Lösung stand zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht fest.
Weil die Gespräche bis zum Ausscheiden der Diakonie noch nicht abgeschlossen waren, sprang zum 6. Juli zunächst die DROB – Drogenhilfe Recklinghausen und Ostvest e.V. ein. Sie übernahm die Beratung für drei Monate an der Oberen Münsterstraße 24. Dort gab es unter anderem montags eine offene Sprechstunde sowie weitere Termine nach Vereinbarung.
Im September wurde schließlich bekannt, dass die Caritas Castrop-Rauxel ab dem 1. Oktober übernimmt. Zunächst ist die Trägerschaft bis Ende 2027 vorgesehen. Die Caritas hatte zugleich deutlich gemacht, dass sie Interesse daran hat, das Angebot auch darüber hinaus dauerhaft fortzuführen.
Vorgesehen war zum Start eine Vollzeitstelle sowie eine zusätzliche halbe Stelle. Der eigentliche Stellenschlüssel für Castrop-Rauxel liegt nach Angaben der Beteiligten sogar bei zwei Stellen. Für die Startphase wurde jedoch eine Übergangslösung vereinbart.
Tatsächlich startet die Caritas nun zunächst nur mit einer Vollzeitkraft. Dafür konnte mit Cornelia Friedrich eine erfahrene Mitarbeiterin gewonnen werden. Sie war bis Ende Juni selbst bei der Diakonie als Beraterin in der Suchthilfe tätig.
Die Caritas sieht darin einen erheblichen Vorteil. Durch Friedrich könnten viel Sach- und Fachwissen sowie organisatorische Erfahrung und Kontinuität übernommen werden. Das Bewerbungsverfahren für die zusätzlich vorgesehene Teilzeitstelle läuft nach Angaben des Verbandes noch.
Beratungen sind bereits möglich, allerdings zunächst ausschließlich nach vorheriger Terminvereinbarung. Eine offene Sprechstunde gibt es zum Start nicht. Die Caritas möchte das Angebot zunächst aufbauen und organisatorisch strukturieren. Offene Sprechstunden könnten nach derzeitiger Planung frühestens im neuen Jahr hinzukommen.
Die Beratungsstelle befindet sich am Lambertusplatz 16. Erreichbar ist sie zu den normalen Öffnungszeiten des Caritasverbandes: montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr sowie montags bis donnerstags zusätzlich von 14 bis 16 Uhr.
Termine können telefonisch unter 02305/92355-420 oder per E-Mail an c.friedrich@caritas-castrop-rauxel.de vereinbart werden.
Noch nicht erfolgt ist zum Start offenbar die angekündigte Übergabe zwischen DROB und Caritas. Im September war ausdrücklich angekündigt worden, dass es – anders als zuvor beim Wechsel von der Diakonie zur DROB – diesmal eine solche Übergabe geben solle. Auf Nachfrage von CASNews erklärte die Caritas nun, Cornelia Friedrich habe zunächst ihre Tätigkeit aufnehmen müssen. Mit DROB-Geschäftsführerin Natalie Stein sei vereinbart worden, sich Anfang Oktober zu melden.
Auch weitere Bestandteile des Beratungsangebotes befinden sich noch im Aufbau. So sollen Gruppenangebote entwickelt und Kooperationspartner in den kommenden Wochen angesprochen werden.
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- Quelle(n):
Autor
Nils Bettinger
Gründer und Redaktionsleiter.
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