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Bild: Nina Möhlmeier

Suchtberatung: Caritas übernimmt ab 1. Oktober

Zunächst bis Ende nächsten Jahres

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Nach dem Rückzug der Diakonie war seit Monaten offen, wer künftig die Suchtberatung in Castrop-Rauxel übernehmen wird. Jetzt ist klar: Ab dem 1. Oktober wird die Caritas in ihren Räumlichkeiten am Lambertusplatz 16 ein entsprechendes Angebot bereithalten. Dies gaben die Beteiligten im Rahmen eines Pressegesprächs bekannt.


„Suchtberatung taucht als Querschnittsthema in all unseren Bereichen auf. Sie passt damit gut in unsere Angebotsstruktur und ist ein Baustein, den wir vorhalten können und möchten. Es ist ein ganz wichtiger Dienst für Castrop-Rauxel, ein ortsnahes Angebot bereitzuhalten“, so Caritas-Vorständin Veronika Borghorst. Auch Regina Kleff, Erste Beigeordnete und Sozialdezernentin der Stadt Castrop-Rauxel, hob die Wichtigkeit des Angebots hervor. Es sei daher von Anfang an klar gewesen, dass es eine Fortschreibung geben müsse, und die Caritas sei qualifiziert, ein gutes Angebot vorzuhalten. Dies war durch den Rückzug der Diakonie notwendig geworden.


Eine Frage der Finanzierung


Jahrzehntelang hatte das Diakonische Werk Herne in der Castroper Altstadt eine Suchtberatungsstelle betrieben. Zum 1. Juli stellte die Diakonie das Angebot aus wirtschaftlichen Gründen ein. „Sofern der Kreis Recklinghausen keine auskömmliche Finanzierung sicherstellt, können wir das Angebot nicht weiter aufrechterhalten“, hatte Jörg Kasbrink, Geschäftsführer des Diakonischen Werkes in Herne, auf CASNews-Anfrage erklärt. Es seien jährlich rund 40.000 Euro Eigenbeteiligung, rechnete Kasbrink.


Die Finanzierung läuft im Wesentlichen über den Kreis Recklinghausen. Dieser fördert die Suchtberatungsstelle Castrop-Rauxel mit jährlich ca. 155.000 Euro. Der Anteil der Stadt Castrop-Rauxel beträgt rund 6.200 Euro pro Jahr. Im Pressegespräch bestätigten Regina Kleff und Patrick Hundt, Fachdezernent für Gesundheit und Soziales beim Kreis Recklinghausen, dass die genannten Summen auch weiterhin Bestand hätten. Fällt damit der jährliche Eigenanteil der Caritas so hoch aus wie der der Diakonie? Zur Höhe des Eigenanteils wollte sich Veronika Borghorst nicht äußern. „Es wird einen Eigenanteil geben, und dieser wird nicht bei 40.000 Euro liegen“, hieß es. Patrick Hundt wies in diesem Zusammenhang auf Dinge wie Grundförderung, Drittmittelfinanzierung und die Möglichkeit, zusätzliche Mittel über das Jobcenter zu generieren, hin. „40 bis 60 Prozent der Klienten kommen aus dem SGB-II-Bezug“, sagte er. Gerade die Jobcenter-Mittelgenerierung sei seiner Ansicht nach in der Vergangenheit „wenig genutzt“ worden.


DROB übernahm übergangsweise


Nach dem Bekanntwerden des Diakonie-Rückzugs habe die „DROB“ – Drogenhilfe Recklinghausen und Ostvest e.V. – sehr kurzfristig reagiert, bedankte sich Patrick Hundt. „Mit eigenem Personal hätten wir es nicht hinbekommen.“ So wurde ein fast nahtloser Übergang geschaffen. Wie von CASNews berichtet, bietet DROB noch bis Ende September Suchtberatung an der Oberen Münsterstraße 24 an. „Als wir den Anruf vom Kreis erhielten und gefragt wurden, ob wir übergangsweise aushelfen, war es für uns keine Frage, einzuspringen, wenn wir es räumlich und personell umsetzen können“, blickte DROB-Geschäftsführerin Natalie Stein zurück. Mit einer halben Stelle wurden in acht Wochen 83 Gesamttermine angeboten. Es habe keine Übergabe mit der Diakonie gegeben; mit der Caritas solle diese auf jeden Fall erfolgen.


Ab dem 1. Oktober übernimmt dann die Caritas. Es soll eine Vollzeitstelle für die Suchtberatung geben, zudem soll eine halbe Stelle hinzukommen, erklärte Veronika Borghorst. In diesem Punkt habe man eine Übergangsvereinbarung getroffen, denn der Stellenschlüssel sieht 2,0 Stellen für Castrop-Rauxel vor.


Bis Ende nächsten Jahres wird die Suchtberatung definitiv von der Caritas angeboten. Wie die Ausgestaltung darüber hinaus aussieht, ist noch offen. Die Caritas ist an einer Weiterführung interessiert. „Es liegt im Interesse der Caritas, diese Übergangszeit zu gestalten und das Thema dauerhaft zu besetzen“, betonte Veronika Borghorst.


Suchtberatung befindet sich im Umbruch


„Die Suchtberatung befindet sich generell im Umbruch“, so Patrick Hundt. Es sei das Ziel, eine übergreifende Versorgungsstruktur zu etablieren, um die Bedarfe bestmöglich bedienen zu können – ein neuer Suchthilfeplan ist hier das zentrale Stichwort, und mit diesem soll auch das Thema „Finanzierung“ in Angriff genommen werden. „Wir wollen es hinbekommen, dass wir dauerhaft eine auskömmliche Finanzierung generieren.“


Ein schwieriges Feld


Suchtberatung sei „ein schwieriges Feld“ und zudem breitgefächert. Es gehe nicht nur um Alkohol oder Drogen, sondern beispielsweise auch um Spiel- oder Internetsucht und betreffe nicht nur denjenigen, der die Suchtberatung in Anspruch nehme, sondern auch Familie und Freunde. „Die Motivation ist, eine Versorgungsstruktur zu etablieren, die kurze Wege beinhaltet, und ein Angebot für alle zu schaffen. Es geht nicht nur um die Hauptzielgruppen“, so Patrick Hundt. Hier sehe man eine der Stärken der Caritas. Ein weiterer wichtiger Pluspunkt sei die zentrale Lage der Caritas im Innenstadtbereich, denn dadurch sei das Angebot gut erreichbar. „Weil es Multiproblemlagen gibt, ist es wichtig, alles aufeinander abzustimmen. Nur so kann man effizient Hilfe für Menschen bieten“, so Regina Kleff. „Es ist ein Prozess“, weiß Veronika Borghorst. „Wir sind auf einem guten Weg!“


Kontaktdaten und Sprechzeiten will die Caritas rechtzeitig bekannt geben.


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  • Quelle(n):

Autor

Nina Möhlmeier

Nina Möhlmeier

Freie Mitarbeiterin

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