Samstag, 24. Oktober 2026
Newsletter-AnmeldungNewsletter
Image
Bild: Generiertes Symbolbild

Probleme bei der Stichwahl per Brief – Stadt räumt Post-Zustellprobleme ein

Rund 100 Wähler erhielten offenbar keine Briefwahlunterlagen / Stadt sieht Deutsche Post in der Verantwortung

Vorlesen
Text:
Werbung

Castrop-Rauxel. Bei der gestrigen Stichwahl zur Besetzung des Landrats im Kreis Recklinghausen kam es zu Problemen: Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger berichteten unserer Redaktion, dass sie trotz beantragter Briefwahl keine Unterlagen erhalten hatten. Betroffene konnten ihre Stimme am Wahlsonntag nicht mehr abgeben – auch nicht im Wahllokal vor Ort.


Auf Anfrage von CASNews bestätigte die Stadtverwaltung nun Details zu den Abläufen. Demnach wurden für die Stichwahl am 28. September 2025 knapp 15.000 Briefwahlunterlagen gepackt. Rund 14.700 gingen per Post an die Wahlberechtigten, weitere 300 wurden direkt im Rathaus ausgegeben. Zurückgekommen sind etwa 9.300 Wahlbriefe, was einer Quote von 62 Prozent entspricht. Zum Vergleich: Bei der letzten Stichwahl im Jahr 2020 lag die Quote bei 77 Prozent. Damals ging es um die Wahl von Bürgermeister und Landrat, diesmal nur um den Landrat.


Als Versanddienstleister war die Deutsche Post beauftragt. „Bei jeder Wahl werden einige Unterlagen nicht zugestellt oder als unzustellbar zurückgesendet. Mit steigender Briefwahlquote häufen sich diese Probleme“, heißt es aus dem Rathaus. Die Verwaltung will sich deshalb kritisch mit der Deutschen Post auseinandersetzen und zugleich die Forderung des Deutschen Städtetages unterstützen, den Zeitraum zwischen Hauptwahl und Stichwahl auf drei Wochen zu verlängern. So könnten durch Postverzögerungen ausgelöste Probleme künftig vermieden werden.


Besonders brisant: Betroffene Wählerinnen und Wähler hatten am Wahlsonntag keine Möglichkeit mehr, ihre Stimme abzugeben. Wer Briefwahl beantragt hatte, aber keine Unterlagen erhielt, konnte bis Freitag vor der Wahl um 15 Uhr Ersatz beantragen oder bis Samstag um 12 Uhr neue Unterlagen anfordern. Nach Ablauf dieser Fristen blieb ein Urnengang ausgeschlossen. „Ohne einen als Ersatz ausgestellten Wahlschein kann man weder im Wahllokal noch per Briefwahl wählen“, so die Stadt. Diese Informationen seien auf der städtischen Internetseite sowie über Social-Media-Kanäle veröffentlicht worden.


Am Wahlabend hat das Wahlteam im Rathaus die Wahlvorstände der einzelnen Urnenwahlbezirke bei der Übergabe der Wahlunterlagen befragt. Auf dieser Grundlage schätzt die Stadtverwaltung, dass etwa 100 Wählerinnen und Wähler in Castrop-Rauxel betroffen waren. Redaktionell ist jedoch anzumerken, dass diese Zahl nur diejenigen Fälle umfasst, die tatsächlich am Wahltag im Wahllokal erschienen und dort auffielen. Bürgerinnen und Bürger, die ihre Unterlagen nicht erhalten hatten und deshalb gar nicht erst zur Wahl gingen, sind in dieser Schätzung nicht enthalten – die Dunkelziffer dürfte also höher liegen.


Schon im Vorfeld hatte die Verwaltung mit Hochdruck gearbeitet, um auf eine mögliche Stichwahl vorbereitet zu sein. Bereits vor der Hauptwahl am 14. September wurden Briefwahlunterlagen vorgedruckt und verpackt. Erst nach der Entscheidung des Kreiswahlausschusses am 18. September durften die Unterlagen verschickt werden – noch am selben Tag begann der Versand.


Die Stadt kündigte an, die Erfahrungen kritisch aufzuarbeiten. Neben Gesprächen mit der Deutschen Post soll geprüft werden, wie Fristen und Abläufe künftig verbessert werden können, um den Wählerwillen nicht durch organisatorische Probleme einzuschränken.


Newsletter abonnieren - lokal & zuverlässig

Unser kostenloser Newsletter hält Sie täglich über die wichtigsten Nachrichten aus Castrop-Rauxel auf dem Laufenden - direkt ins E-Mail-Postfach.

Jetzt Newsletter abonnieren

  • Quelle(n): Stadt Castrop-Rauxel & CASNews

Autor

Nils Bettinger

Nils Bettinger

Gründer und Redaktionsleiter.
Hält den Kopf für alles hin.

Castrop-Rauxel im Postfach

Die wichtigsten Lokalnachrichten – kostenlos per Newsletter.

Jetzt anmelden