Neue Feuer- und Rettungswache: Goldbeck plant, baut und betreibt
Vertrag mit der Stadt unterzeichnet: Feuerwehr, Rettungsdienst und Löschzug ziehen an die Habinghorster Straße
- 09.09.2026 um 13:32
- Castrop-Rauxel
Die Stadt Castrop-Rauxel und das Bau- und Dienstleistungsunternehmen Goldbeck haben am 9. September 2026 den Vertrag für den Bau einer neuen Feuer- und Rettungswache an der Habinghorster Straße unterzeichnet. Das Projekt wird als öffentlich-private Partnerschaft (ÖPP) umgesetzt: Goldbeck übernimmt neben Planung und Bau auch für 25 Jahre zentrale Leistungen im Gebäudebetrieb, darunter Instandhaltung, Störungsmanagement und Energiemanagement. Der Baubeginn ist für Herbst 2027 vorgesehen, die Fertigstellung für Sommer 2029.
Die bestehende Wache an der Frebergstraße stammt aus dem Jahr 1954 und bietet nach Angaben der Beteiligten nicht mehr ausreichend Flächen für Fahrzeuge, Technik sowie Aus- und Fortbildung. Auch Umkleiden, Sozialräume und die Trennung belasteter und sauberer Bereiche entsprächen nicht mehr den heutigen Anforderungen. Der neue Standort soll zudem die Erreichbarkeit des nördlichen Stadtgebiets sowie der Autobahn 2 verbessern.
Bürgermeister Rajko Kravanja erklärte: „Die heutige Feuer- und Rettungswache begleitet Castrop-Rauxel seit vielen Jahrzehnten. Inzwischen haben sich die Aufgaben, die technischen Anforderungen und die Bedürfnisse der Einsatzkräfte deutlich weiterentwickelt. Deshalb reicht es nicht, nur einzelne Defizite am bisherigen Standort zu beheben.“ Stadtkämmerer Michael Eckhardt, als Beigeordneter unter anderem zuständig für die Feuerwehr, ergänzte: „Mit dem Neubau schaffen wir langfristig verlässliche Strukturen für die kommenden Jahrzehnte und bündeln Feuerwehr, Rettungsdienst und den Löschzug 3 Habinghorst an einem gemeinsamen Standort.“
Das neue Gebäude soll auf einer Baugrundfläche von rund 16.000 Quadratmetern entstehen. Durchfahrten im Erdgeschoss sollen die Wege zu den Fahrzeughallen verkürzen und ein zügiges Ausrücken unterstützen. Geplant sind zudem Ruhe- und Sozialbereiche, Terrassen und ein Speisesaal sowie ein Feuerwehrgerätehaus, Verwaltungsräume, Flächen für Aus- und Fortbildung, feuerwehrspezifische Technik und ein Hubschrauberlandeplatz. Eine sogenannte Schwarz-Weiß-Trennung soll belastete Ausrüstung von sauberen Arbeits- und Aufenthaltsbereichen fernhalten.
„Bereiche für Fahrzeuge, Technik, Ausbildung und Ruhezeiten sind in der neuen Wache funktional aufeinander abgestimmt. So unterstützt das Gebäude die Einsatzkräfte im Arbeitsalltag und schafft zugleich moderne Bedingungen für den Schichtdienst“, sagte Julia Tissen, Projektmanagerin bei Goldbeck Public Partner. „Weil wir Planung, Bau und Betrieb aus einer Hand anbieten, richten wir Entscheidungen in Planung und Bau schon heute auf einen zuverlässigen Betrieb über viele Jahre aus.“
Goldbeck setzt das Gebäude in seiner sogenannten systematisierten Bauweise um, bei der wesentliche Bauelemente industriell in eigenen Werken vorgefertigt und auf der Baustelle zusammengesetzt werden. Heiner Wendel, Leiter der Geschäftsstelle Gefahrenabwehr- und Infrastrukturgebäude der Goldbeck West GmbH, erklärte: „Die Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen ist für uns ein Erfolgsfaktor. Dabei greifen wir bewusst auf ein bewährtes Netzwerk regionaler Partner und Nachunternehmer zurück, sodass ein wesentlicher Teil der Wertschöpfung vor Ort bleibt.“ An der Planung sind neben Goldbeck die SSP AG aus Bochum sowie brandenfels landscape + environment aus Münster beteiligt. Vor dem Neubau werden vorhandene Anlagen zurückgebaut und das Gelände vorbereitet.
Die neue Wache soll im KfW-40-Standard errichtet werden, der den Primärenergiebedarf auf 40 Prozent des gesetzlichen Referenzgebäudes begrenzt. Angestrebt wird zudem eine Zertifizierung nach der Anforderungsstufe Plus des Qualitätssiegels Nachhaltiges Gebäude. Photovoltaikanlagen und begrünte Dachflächen sollen das Energiekonzept ergänzen, ein digitales Energiemanagement die Verbräuche von Strom, Wärme, Wasser und Kälte im Betrieb erfassen.
Newsletter abonnieren - lokal & zuverlässig
Unser kostenloser Newsletter hält Sie täglich über die wichtigsten Nachrichten aus Castrop-Rauxel auf dem Laufenden - direkt ins E-Mail-Postfach.
Jetzt Newsletter abonnierenBildergalerie (4 Bilder)
- Quelle(n):
Autor
Nils Bettinger
Gründer und Redaktionsleiter.
Hält den Kopf für alles hin.
Aktuelle Artikel
Westring bleibt bis 16. September gesperrt
Wetter
- Castrop-Rauxel
67%
2.36 km/h