Nach tagelangem Behörden-Pingpong: Müll an Bochumer Straße ist weg
Anwohner klagten über Gestank und Ungeziefer – EUV verweist auf Verantwortung des Grundstückseigentümers
- 11.08.2026 um 17:09
- Castrop-Rauxel
Tagelang sorgte ein Haufen aus Hausmüll und verderblichen Lebensmitteln an der Bochumer Straße 67 und 67a in Castrop-Rauxel für Gestank, Fliegen und großen Ärger bei den Anwohnern. Mehrfach wandten sich die Bewohner an Polizei, Stadt, EUV und Kreisverwaltung. Am Dienstag, 11. August, kam schließlich die erlösende Nachricht: Der Müll ist beseitigt worden. Eine Anwohnerin bestätigte CASNews am Nachmittag die Entsorgung und zeigte sich sehr dankbar, dass sich die Situation damit endlich erledigt hat.
Begonnen hatte der Fall in der Nacht von Samstag, 1. August, auf Sonntag, 2. August. Nach Angaben der Anwohner hatten Unbekannte auf einem Grünstreifen vor den Häusern eine größere Menge Hausmüll abgeladen. Neben Verpackungen, einer Tischdecke und Schreibwaren befanden sich darunter auch verderbliche Lebensmittel wie Wurst, Brot, Marmelade und Puddingbecher.
Die Bewohner verständigten am Sonntagmorgen zunächst die Polizei. Nach ihrer Darstellung erklärte diese, für die Beseitigung nicht zuständig zu sein, die Meldung aber an das zuständige Ordnungsamt weitergeben zu wollen. Von dort sollte nach dem damaligen Verständnis der Anwohner wiederum der EUV eingeschaltet werden.
Doch zunächst geschah nichts. Bis Mittwoch, 5. August, lag der Müll nach Angaben der Bewohner weiterhin auf der Fläche. Inzwischen hätten sich dort zahlreiche Schmeißfliegen gesammelt, die auch in die Wohnungen gelangt seien. Zudem habe man eine tote Ratte in einem Keller gefunden und draußen zunehmend lebende Ratten beobachtet.
Eine Miteigentümerin des Hauses 67a nahm daraufhin selbst Kontakt zum EUV auf. Nach ihrer Schilderung war dort zu diesem Zeitpunkt noch kein entsprechender Vorgang bekannt. Beim anschließenden Kontakt mit dem Ordnungsamt sei ihr mitgeteilt worden, dass es sich bei der Fläche um ein Privatgrundstück handele und zunächst der Eigentümer für die Beseitigung verantwortlich sei.
Genau diesen Punkt bestätigt nun auch der EUV auf Anfrage von CASNews. „Da es sich um ein Privatgrundstück handelt, ist für die Entsorgung grundsätzlich der Eigentümer verantwortlich“, teilte Sabine Latterner vom EUV mit. Nachdem der EUV von der Situation erfahren habe, sei Kontakt zum Eigentümer aufgenommen und auf die Lage vor Ort hingewiesen worden. Dieser habe daraufhin die Entsorgung zugesagt.
Zwischenzeitlich hatten sich die Anwohner jedoch auch an die Kreisverwaltung Recklinghausen gewandt. Nach ihrer Darstellung wurde dort weiter versucht, die genauen Eigentumsverhältnisse der betroffenen Fläche zu klären. Für die Bewohner war dieser Ablauf zunehmend frustrierend: Während verschiedene Stellen mit Zuständigkeiten und Eigentumsfragen beschäftigt waren, verrottete der Müll nach ihren Angaben weiter und verursachte zunehmend Geruchs- und Ungezieferprobleme.
CASNews fragte deshalb beim EUV noch einmal nach, ob angesichts der von den Anwohnern geschilderten hygienischen Situation nicht auch eine unmittelbare Handlungsmöglichkeit für Stadt oder EUV bestehe, bei der die Entsorgung zunächst veranlasst und die Kosten anschließend dem Eigentümer auferlegt werden könnten.
Darauf erklärte Latterner, dass eine solche Ersatzvornahme grundsätzlich möglich sei, wenn ein Eigentümer seiner Pflicht nicht nachkomme und diese Information den zuständigen Stellen vorliege. Im konkreten Fall habe der Eigentümer jedoch unmittelbar nach dem Hinweis durch den EUV die Entsorgung zugesagt.
Am Dienstag folgte schließlich die praktische Lösung. Nach Kenntnis des EUV wurde der Müll im Laufe des Tages entfernt. Dies bestätigte wenig später auch die betroffene Anwohnerin gegenüber CASNews.
Damit ist das unmittelbare Problem an der Bochumer Straße zwar beseitigt. Der Fall zeigt jedoch, wie kompliziert die Situation für Bürger werden kann, wenn illegal abgelagerter Müll auf einem Privatgrundstück liegt und zunächst geklärt werden muss, wem die Fläche gehört und wer tätig werden muss. Für die betroffenen Anwohner bedeutete dies nach ihrer Darstellung mehr als eine Woche mit Gestank, Fliegen und Sorgen wegen Ratten.
Am Ende überwiegt bei ihnen nun allerdings die Erleichterung. Die Anwohnerin, die sich ursprünglich an CASNews gewandt hatte, bestätigte die Entsorgung am Dienstagnachmittag und zeigte sich ausdrücklich dankbar, dass der Müll nun verschwunden ist.
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Autor
Nils Bettinger
Gründer und Redaktionsleiter.
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