Sonntag, 25. Oktober 2026
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Bild: CASNews Media / Nils Bettinger

Gewalttat in Habinghorst: Staatsanwaltschaft äußert Zweifel an Notwehrdarstellung

Ermittler gehen inzwischen von persönlicher Beziehung zwischen Opfer und Beschuldigter aus – Tatort wohl an der Wartburgstraße

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Nach dem tödlichen Vorfall am Mittwochabend (14. Januar 2026) in Habinghorst hat die Staatsanwaltschaft Dortmund neue Details zum Stand der Ermittlungen bekanntgegeben. Im Gespräch mit CASNews äußerte sich der zuständige Staatsanwalt ausführlich zu offenen Fragen, Spekulationen und dem bisherigen Ermittlungsstand.


Wie bereits berichtet, war am Mittwochabend ein 17-jähriger Jugendlicher schwer verletzt an der Wartburgstraße aufgefunden worden. Trotz Reanimationsmaßnahmen verstarb er noch vor Ort. Eine gleichaltrige Jugendliche aus Castrop-Rauxel wurde später vorläufig festgenommen und hatte nach Angaben der Ermittlungsbehörden zunächst eine Notwehrlage geschildert.


Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft beruhte diese erste Version auf den Angaben der Jugendlichen gegenüber ihren Eltern. Demnach habe sie berichtet, auf dem Weg zur Fahrschule von einem unbekannten Mann von hinten angegriffen worden zu sein, sich mit Pfefferspray und einem am Boden gefundenen Gegenstand – mutmaßlich einer Glasscherbe – verteidigt zu haben. Die Eltern hätten daraufhin selbst die Polizei verständigt.


Inzwischen bewerten die Ermittler diese Schilderung jedoch deutlich kritischer. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft bestanden von Beginn an Zweifel an der Darstellung. Mittlerweile gehe man davon aus, dass sich Opfer und Beschuldigte kannten und sogar mehr als nur flüchtig miteinander bekannt waren. Nach der Auswertung von Mobiltelefonen sei zudem davon auszugehen, dass beide am Tattag verabredet waren.


Auch der Tatort wird nach aktuellem Ermittlungsstand anders eingeordnet als zunächst angenommen. Die Staatsanwaltschaft geht nicht mehr davon aus, dass sich das Geschehen auf dem Weg zur Fahrschule ereignete. Vielmehr verdichten sich die Hinweise darauf, dass der Tatort im Bereich der Wartburgstraße lag – in der Nähe eines stillgelegten Gebäudes mit Pavillon und Sitzgelegenheiten, der offenbar als Treffpunkt genutzt wird.


Der zeitliche Ablauf bleibt bislang unklar. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft verließ die Jugendliche ihre Wohnung gegen 18.10 Uhr. Gegen 18.20 Uhr ging ein Anruf des später Verstorbenen bei der Polizei ein. Zu diesem Zeitpunkt habe er jedoch keine verwertbaren Angaben mehr machen können und sei kurz darauf zusammengebrochen. Was sich in diesen rund zehn Minuten ereignete, ist derzeit Gegenstand der Ermittlungen.


Die am Donnerstagmorgen durchgeführte Obduktion brachte bislang keine eindeutige Klarheit zur Tatwaffe. Der Rechtsmediziner konnte lediglich feststellen, dass es sich um einen glattrandigen, spitzen Gegenstand handelte. Ob es sich dabei um ein Messer oder eine Glasscherbe handelt, lasse sich derzeit nicht zweifelsfrei sagen.


Die Beschuldigte hat angekündigt, im Beisein ihres Anwalts ergänzende Angaben zu machen. Diese Vernehmung läuft nach Angaben der Staatsanwaltschaft aktuell. Auf Grundlage der neuen Aussagen muss noch entschieden werden, ob die Jugendliche einem Haftrichter vorgeführt wird. Eine entsprechende Entscheidung könnte noch im Laufe des Tages oder am Freitag bekanntgegeben werden.


Die Ermittlungen der eingesetzten Mordkommission dauern an. Weitere offizielle Informationen sollen nach Abschluss der laufenden Maßnahmen veröffentlicht werden. CASNews wird über gesicherte neue Erkenntnisse zeitnah nachberichten.


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  • Quelle(n): Staatsanwaltschaft Dortmund & CASNews

Autor

Nils Bettinger

Nils Bettinger

Gründer und Redaktionsleiter.
Hält den Kopf für alles hin.

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