2.665 Solaranlagen auf Castroper Dächern
Neue Auswertung zeigt 192 zusätzliche Dachanlagen binnen eines Jahres
- 17.10.2026 um 07:42
- Castrop-Rauxel
Auf den Dächern in Castrop-Rauxel sind mittlerweile 2.665 Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von rund 37,7 Megawattpeak (MWp) registriert. Innerhalb von zwölf Monaten kamen 192 Anlagen hinzu. Das entspricht einem Zuwachs von rund 7,8 Prozent. Dennoch wird bislang nur ein vergleichsweise kleiner Teil der technisch geeigneten Dachflächen für die Stromerzeugung genutzt.

Innerhalb eines Jahres stieg die Zahl der registrierten Dachanlagen in Castrop-Rauxel um 192 auf insgesamt 2.665 – ein Zuwachs von 7,8 Prozent. Grafik: CASNews / Daten: Mein Solarportal, Energieatlas NRW (Stand: Oktober 2026)
Das geht aus einer aktuellen Auswertung des Internetportals Mein Solarportal hervor. Der Anbieter hat die Photovoltaik-Daten aller zehn Kommunen des Kreises Recklinghausen zusammengestellt. Grundlage sind Angaben aus dem Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur, dem Energieatlas NRW und dem Solarkataster des Landes. Die Auswertung trägt den Stand vom 16. Oktober 2026.
Castrop-Rauxel liegt im kreisweiten Mittelfeld
Mit 2.665 registrierten Dachanlagen belegt Castrop-Rauxel den fünften Platz unter den zehn Kommunen des Kreises. Die meisten Anlagen gibt es in Dorsten (4.448), gefolgt von Recklinghausen (3.286), Haltern am See (2.996) und Marl (2.934).
Auch bei der installierten Leistung liegt Castrop-Rauxel mit rund 37,7 MWp auf Platz fünf. Spitzenreiter ist Dorsten mit 86,4 MWp, gefolgt von Marl mit 60,4 MWp. Kreisweit sind insgesamt 24.457 Dachanlagen mit einer Leistung von knapp 395 MWp registriert.

Die installierte Photovoltaik-Leistung im Kreisvergleich: Castrop-Rauxel liegt mit 37,7 Megawattpeak auf Platz fünf. Grafik: CASNews / Daten: Mein Solarportal, Energieatlas NRW (Stand: Oktober 2026)
2.013 Batteriespeicher und 1.448 Balkonkraftwerke
Neben den größeren Photovoltaikanlagen auf Dächern spielen auch Batteriespeicher und sogenannte Balkonkraftwerke eine Rolle. Für Castrop-Rauxel weist die Auswertung 2.013 registrierte Batteriespeicher und 1.448 angemeldete Steckersolargeräte aus.
Die Speicher ermöglichen es, einen Teil des tagsüber erzeugten Solarstroms auch abends oder nachts selbst zu verbrauchen. Die Zahl der Speicher entspricht rechnerisch rund 76 je 100 registrierten Dachanlagen. Daraus lässt sich allerdings nicht unmittelbar ableiten, wie viele Dachanlagen tatsächlich über einen eigenen Speicher verfügen.
Bei den 1.448 Balkonkraftwerken handelt es sich um eine gesondert erfasste Kategorie. Sie dürfen daher nicht ohne Weiteres zu den 2.665 Dachanlagen hinzugezählt werden, um eine Gesamtzahl unterschiedlicher Betreiber oder Gebäude zu ermitteln.
Solarstrom entspricht rechnerisch 8,2 Prozent des Verbrauchs
Interessant ist auch der Vergleich zwischen der Solarstromerzeugung und dem Stromverbrauch. Nach den Berechnungen von Mein Solarportal entspricht die jährliche Solarstromerzeugung in Castrop-Rauxel rund 8,2 Prozent des Stromverbrauchs.
Dieser Wert ist allerdings kein unmittelbar gemessener Anteil des tatsächlich vor Ort verbrauchten Solarstroms. Für die Berechnung wurde die Solarstromerzeugung des Jahres 2025 dem kommunalen Stromverbrauch aus dem Jahr 2024 gegenübergestellt. Berücksichtigt werden dabei nach Angaben des Portals Dachanlagen, Freiflächenanlagen und Steckersolargeräte.
Der Wert dient somit vor allem dem statistischen Vergleich der Kommunen. Innerhalb des Kreises liegt Haltern am See mit rechnerisch 23,4 Prozent an der Spitze, gefolgt von Dorsten mit 18,8 Prozent und Waltrop mit 12,4 Prozent. Castrop-Rauxel liegt mit 8,2 Prozent knapp unter dem Kreisdurchschnitt von 8,6 Prozent.

Die rechnerische Solarstromerzeugung entspricht in Castrop-Rauxel 8,2 Prozent des jährlichen Stromverbrauchs. Damit liegt die Stadt knapp unter dem Kreisdurchschnitt von 8,6 Prozent. Vergleich der Solarstromerzeugung 2025 mit dem Stromverbrauch 2024. Grafik: CASNews / Daten: Mein Solarportal, Energieatlas NRW (Stand: Oktober 2026)
Großteil des Dachflächenpotenzials noch nicht genutzt
Besonders deutlich wird das weitere Ausbaupotenzial bei einem Vergleich mit den technisch geeigneten Dachflächen. Nach Berechnungen von Mein Solarportal sind in Castrop-Rauxel bislang erst 14,5 Prozent des technischen Dachpotenzials ausgeschöpft. Rechnerisch wären damit noch erhebliche zusätzliche Kapazitäten möglich.
Bei dieser Kennzahl handelt es sich um eine Berechnung des Portalbetreibers auf Grundlage des Solarkatasters NRW. Eine unabhängige Überprüfung des konkreten Wertes für Castrop-Rauxel liegt CASNews bislang nicht vor.
Zudem ist das technische Potenzial nicht mit einem unmittelbar realisierbaren Ausbau gleichzusetzen. Ob sich eine Photovoltaikanlage auf einem grundsätzlich geeigneten Dach tatsächlich umsetzen lässt, hängt unter anderem vom baulichen Zustand, den Eigentumsverhältnissen, möglichen Genehmigungspflichten und der Wirtschaftlichkeit ab.
Für den gesamten Kreis Recklinghausen beziffert die Auswertung das technisch installierbare Dachpotenzial auf rund 2.478 MWp. Davon sind derzeit etwa 15,9 Prozent ausgeschöpft.
Mehr Anlagen, aber weiterhin erhebliche Ausbaureserven
Die Zahlen zeigen damit zwei Entwicklungen: Einerseits wächst die Zahl der Photovoltaikanlagen in Castrop-Rauxel weiter. Allein binnen eines Jahres kamen 192 registrierte Dachanlagen hinzu. Andererseits bleibt nach den Berechnungen noch ein großer Teil der technisch nutzbaren Dachflächen ohne Photovoltaikanlage.
Die Daten stammen aus einer privaten Auswertung öffentlich zugänglicher amtlicher Statistiken. Mein Solarportal ist ein kommerzieller Anbieter, der unter anderem Kontaktanfragen an Solarfachbetriebe vermittelt. Es handelt sich nicht um eine offizielle Veröffentlichung des Kreises Recklinghausen.
Die vollständige Auswertung mit den Zahlen aller zehn Kommunen und Erläuterungen zur Methodik ist unter Mein Solarportal – Solar-Ausbau im Kreis Recklinghausen abrufbar. Die zugrunde liegenden amtlichen Daten werden vom Energieatlas NRW bereitgestellt.
Newsletter abonnieren - lokal & zuverlässig
Unser kostenloser Newsletter hält Sie täglich über die wichtigsten Nachrichten aus Castrop-Rauxel auf dem Laufenden - direkt ins E-Mail-Postfach.
Jetzt Newsletter abonnieren
- Quelle(n):
Autor
Nils Bettinger
Gründer und Redaktionsleiter.
Hält den Kopf für alles hin.
Aktuelle Artikel
Frauenschwimmen im Hallenbad am 3. November
Wetter
- Castrop-Rauxel
94%
1.34 km/h